Haus Löwenstein (c) Peter Hinschläger

Wo Ida von Löwenstein residierte und die Zünfte für ihre Rechte kämpften

Das Haus Löwenstein entstand etwa zur gleichen Zeit wie das Rathaus auf der gegenüber liegenden Seite des Marktes. Sein Baujahr ist nicht bekannt, doch wurde es vermutlich nach einem Brand errichtet, der im Jahr 1344 einen Teil des Marktes zerstörte. Mit seinen Türmchen und einem Zinnenkranz verziert, drückte das Gebäude das ritterliche Selbstverständnis seiner Erbauer aus. Es diente als Wohnhaus, Gaststätte und Herberge.

Der Name „Löwenstein“ bezieht sich vermutlich auf eine adlige Familie namens Lewe. Die Namen der Häuser wurden in dieser Zeit häufig aus dem Familiennamen mit dem Zusatz „stein“ gebildet. Sicher ist, dass im Jahr 1478 eine Ida von Löwenstein hier gewohnt hat.

Handwerker verlangten Sitz und Stimme im Stadtrat

Im 15. Jahrhundert spielte das Haus in den politischen Kämpfen um die Mitbestimmungsrechte in der Stadt eine Rolle. Die in Zünften zusammengeschlossenen Handwerker und Gewerbetreibenden verlangten Sitz und Stimme im Stadtrat. Eine von ihnen war die nach ihrem Treffpunkt benannte „Zunft zum Löwenstein“. Während der Reformationszeit fanden hier lutherische Gottesdienste statt. Seit dem 17. Jahrhundert befindet sich am Haus eine Figur des Brückenheiligen Johann Nepomuk. Sie markiert den Beginn der Pontstraße, deren Name sich von den Brücken (lat. pont) ableitet, über die sie stadtauswärts führte.

Vom mittelalterlichen Haus ist nur die Fassade erhalten. Diese wurde in den 1970er Jahren wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Hinzugefügt wurde eine Reihe von Wappen. Sie stehen für die Gemeinden, die durch ihre Eingemeindung in das Stadtgebiet die Selbstständigkeit verloren haben.

Fotos: Andreas Herrmann / Peter Hinschläger

Infostelle Route Charlemagne (c) Maurer United Architects
Infostelle Route Charlemagne (c) Maurer United Architects
Infostelle Route Charlemagne mit Pfalzmodell
Haus Löwenstein (c) Peter Hinschläger

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Das Haus Löwenstein

Das Haus Löwenstein gehört zu den ältesten Wohnhäusern Aachens. Es erinnert an das aufstrebende Bürgertum der mittelalterlichen Stadt und soll im Rahmen der Route Charlemagne das Thema „Wirtschaft“ dokumentieren. Zurzeit befindet sich hier die Infostelle der Route Charlemagne.

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